Ein Holzschachspiel pflegt man, indem man Figuren und Brett mit einem weichen, trockenen Tuch abstaubt, ab und zu eine dünne Wachsschicht auf gewachstes oder geöltes Holz aufträgt und das Spiel in einem Raum mit stabiler Luftfeuchtigkeit aufbewahrt, fern von Sonne und Heizkörpern. Wasser in größerer Menge und Haushaltsreiniger sind tabu.
Pflege eines Holzschachbretts: die Grundhandgriffe
- Regelmäßig abstauben mit einem Mikrofasertuch oder einem weichen Pinsel für die Profile und die Mähne der Springer.
- Vor dem Spielen die Hände waschen: Das Fett der Finger macht die Oberflächen mit der Zeit stumpf und verschmutzt helle Hölzer.
- Niemals nass machen: Ein kaum feuchtes Tuch ist das Äußerste, gefolgt von sofortigem Trocknen.
- Haushaltsreiniger verbannen, ebenso Silikonsprays und Alkohol, die Lack und Wachs angreifen.
- Die Figuren in einer Kassette mit Fächern statt lose aufbewahren, damit sie nicht aneinanderstoßen.
Die Oberfläche erkennen, bevor man handelt
Lackiertes Holz pflegt man anders als gewachstes. Machen Sie dazu den unauffälligen Wassertropfen-Test unter der Standfläche einer Figur: Perlt der Tropfen ab, ist die Oberfläche lackiert; zerläuft er und dunkelt das Holz, ist sie gewachst oder geölt.
| Oberfläche | Aussehen | Laufende Pflege | Zu vermeiden |
|---|---|---|---|
| Lack | Schutzfilm, seidenmatt oder glänzend | Trockenes Tuch; sonst nichts | Wachs in dicker Schicht, Scheuermittel |
| Wachs | Matt oder seidenmatt, angenehm im Griff | Gelegentlich dünne Schicht Bienenwachs, mit Wolltuch aufpolieren | Wasser, Lösungsmittel |
| Öl | Matt, „genährtes“ Holz | Einige Tropfen geeignetes Öl, Überschuss vollständig abwischen | Überschüssiges Öl klebrig stehen lassen |
| Rohes Holz oder poliertes Ebenholz | Natürlicher Glanz | Trockenes Tuch, Aufpolieren | Farbstoffe, farbige Produkte |
Bienenwachs und Leinöl: wie man vorgeht
Auf einer gewachsten Oberfläche belebt ein farbloses Bienenwachs oder mikrokristallines Wachs die Farbe und schützt vor Staub, wenn man es in sehr dünner Schicht mit dem Tuch aufträgt und nach einigen Minuten aufpoliert. Bei regelmäßig benutztem Spiel genügt das ein- bis zweimal im Jahr. Auf einer geölten Oberfläche trägt man entfettetes Leinöl oder ein Spezialöl für Holz auf dieselbe Weise auf und wischt den Überschuss sorgfältig ab: Überschüssiges Öl wird klebrig. Vorsicht: Mit Leinöl getränkte Lappen können sich beim Trocknen selbst entzünden; lassen Sie sie flach im Freien trocknen, ehe Sie sie entsorgen.
Bei schwarzen ebonisierten Figuren probieren Sie das Wachs zuerst an der Standfläche aus: Manche farbigen oder lösungsmittelhaltigen Wachse können etwas von der Beize lösen.
Die Luftfeuchtigkeit, der wichtigste Faktor für die Lebensdauer
- Hygrometrie
- Relative Luftfeuchtigkeit, in Prozent angegeben. Das Holz tauscht ständig Wasser mit der Luft aus: Es quillt bei feuchter Luft und schwindet bei trockener.
Üblicherweise empfiehlt man, Holzgegenstände bei einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % aufzubewahren. Darunter schwindet das Holz: Massive Bretter reißen, Furniere heben sich, Ebenhölzer bekommen Risse. Darüber quillt das Holz, die Fugen arbeiten und die Oberflächen können weißlich anlaufen. Abrupte Schwankungen sind noch gefährlicher als Extremwerte: Ein Spiel, das aus einem Keller in ein beheiztes Wohnzimmer wechselt oder über einem Heizkörper steht, leidet mehr als eines in einem etwas trockenen, aber gleichbleibenden Raum. Ein kleines Hygrometer hilft, den Raum im Winter im Auge zu behalten.
Direkte Sonne bleicht Hölzer schließlich aus: Palisander und Padouk dunkeln nach oder verfärben sich, Ahorn vergilbt. Stellen Sie das Spiel nicht an Südfenster.
Den Filz wechseln
- Den alten Filz ablösen mit einer dünnen Klinge, ohne das Holz oder das Gewicht zu beschädigen.
- Die Standfläche reinigen: Kleberreste durch leichtes Schleifen entfernen.
- Den neuen Filz zuschneiden, etwas größer als die Standfläche, oder selbstklebende Plättchen mit dem passenden Durchmesser verwenden.
- Aufkleben mit Textilkleber oder Weißleim in dünner Schicht, einige Minuten andrücken.
- Bündig schneiden mit Cutter oder Schere, bündig mit der Standfläche.
Nutzen Sie die Gelegenheit, um zu prüfen, ob das Gewicht fest sitzt (siehe die Beschwerung). Ein wackelndes Gewicht lässt sich vor dem Aufbringen des Filzes leicht neu einkleben.
Was tun, wenn das Schachbrett reißt?
Ein feiner Riss in einem massiven Brett deutet oft auf zu trockene Luft hin. Bringen Sie das Brett zunächst in eine feuchtere und gleichmäßigere Umgebung: Manchmal schließt sich der Riss teilweise wieder. Ist er stabil, lässt er sich mit getönter Holzpaste, hartem Restaurierungswachs oder einem feinen eingeklebten Holzstreifen füllen. Ein sich lösendes Furnier wird mit Weißleim unter leichtem Druck wieder angeklebt, wobei die Oberfläche geschützt wird. Bei einem alten oder wertvollen Brett überlassen Sie die Reparatur lieber einem Restaurator-Tischler, statt das Furnier zu riskieren. Die Unterschiede zwischen Massivholz und Furnier erläutert unsere Seite zu den Hölzern des Schachbretts.
Ein Schachspiel aufbewahren
Am besten bewahrt man das Spiel in einer Kassette mit Fächern auf, die mit Filz oder Samt ausgelegt sind, ein Fach pro Figur, damit die Figuren beim Transport nicht aneinanderschlagen. Lagern Sie sie flach, in einem Wohnraum und nicht auf dem Dachboden oder im Keller. Das Palais des Échecs bietet Aufbewahrungskassetten für Schachfiguren in mehreren Größen an, auszuwählen nach der Höhe Ihres Königs (siehe die Größen).
Zum Schluss: wenig Aufwand, lange Freude
Mehr als ein trockenes Tuch, gelegentlich etwas Wachs und ein Raum ohne große Feuchtigkeitssprünge braucht ein Holzspiel kaum. Wer diese Gewohnheiten pflegt, gibt sein Spiel in einwandfreiem Zustand weiter, ob an den Verein, an die Familie oder an die nächste Generation von Spielerinnen und Spielern.
Häufig gestellte Fragen
Wie reinigt man hölzerne Schachfiguren?
Mit einem weichen, trockenen Tuch und einem Pinsel für die Profile. Sind sie fettig, genügt ein kaum feuchtes Tuch mit sofortigem Trocknen. Eine dünne Wachsschicht, nur bei gewachsten Oberflächen, belebt das Holz anschließend wieder.
Was tun, wenn das Schachbrett reißt?
Es in einen Raum mit stabiler Luftfeuchtigkeit (etwa 40 bis 60 %) stellen, abwarten, bis sich das Holz stabilisiert, dann den Riss mit Holzpaste oder Restaurierungswachs füllen. Ein wertvolles Brett vertraut man einem Restaurator-Tischler an.
Muss man ein lackiertes Schachbrett wachsen?
Nein. Der Lack bildet bereits einen Schutzfilm; ein einfaches trockenes Tuch genügt. Wachs auf Lack kann fettige Spuren hinterlassen.
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