Ein Schachbrett aus Glas ist spielbar, aber weniger bequem als ein Holzspiel: Die Figuren rutschen und klirren, die transparenten oder mattierten Felder sind schlechter zu lesen, und das Brett fürchtet Stöße. Marmor, Onyx und Alabaster ergeben sehr schwere und sehr dekorative Spiele, die aber zerbrechlich und säureempfindlich sind. Holz bleibt das Referenzmaterial für alle, die oft spielen.
Die FIDE-Normen sehen für Wettbewerbe nur Figuren aus Holz oder Kunststoff und Bretter aus Holz vor. Mineralische Materialien folgen daher einer anderen Logik: der des Kunst- oder Dekorationsobjekts, das man ebenso ausstellt, wie man es benutzt. Das hindert nicht daran, darauf zu spielen, sofern man ihre Besonderheiten kennt.
Das Schachbrett aus Glas: elegant, aber anspruchsvoll
- Schachbrett aus Glas
- Brett aus Glas, meist gehärtet, dessen Felder durch Mattierung, Siebdruck oder Tönung unterschieden werden und das in der Regel von Figuren aus transparentem und mattiertem Glas begleitet wird.
Glas gefällt durch sein Licht: Auf einem hellen Tisch scheint ein Glasspiel zu schweben. Im Gebrauch hat es aber drei Nachteile. Die Figuren, oft hohl oder vereinfacht geformt, sind leicht und rutschen auf glatter Fläche. Der Kontakt von Glas auf Glas erzeugt bei jedem Zug ein Klirren. Und die Unterscheidung der beiden Parteien (transparent gegen mattiert oder hell gegen rauchfarben) ist weniger deutlich als zwischen Buchsbaum und Ebenholz, besonders bei grellem Licht. Gehärtetes Glas widersteht Stößen weit besser als gewöhnliches Glas, aber ein Absplittern an einer Kante bleibt immer möglich.
Kristall, schwerer und glänzender, findet sich vor allem bei dekorativen Figuren. Er zerkratzt weniger leicht als manche Steine, bricht aber bei einem Sturz glatt.
Marmor: Gewicht und Prestige
Marmor ist ein umkristallisiertes Kalkgestein, dicht (etwa 2,7 Tonnen pro Kubikmeter, also fast das Dreifache eines Hartholzes) und relativ weich: Man kann ihn mit einer Stahlklinge ritzen. Der berühmteste, der Carrara-Marmor in der Toskana, ist weiß oder grau geädert; andere Marmore zeigen grüne, schwarze oder rosafarbene Töne. Ein Marmorbrett besteht aus 64 zusammengesetzten Fliesen, die in einen Rahmen eingelassen sind, oder wird mitunter aus einem einzigen Block gehauen.
Marmorfiguren werden gedrechselt und dann poliert. Ihr Gewicht verleiht ihnen bemerkenswerte Standfestigkeit, aber ein Sturz auf einen harten Boden zerbricht sie oder lässt Ecken abplatzen. Marmor fürchtet vor allem Säuren: Ein Tropfen Zitrone, Essig oder Wein hinterlässt einen matten Fleck, der sich nur durch erneutes Polieren entfernen lässt.
Onyx und Alabaster: die Transparenz des Steins
Im Handel mit Dekorationsobjekten bezeichnet „Onyx“ meist ein gebändertes, durchscheinendes Kalkgestein mit grünen, honigfarbenen oder braunen Adern. Es hat die Härte und die Säureempfindlichkeit des Marmors, dazu eine Transparenz, die es bei streifendem Licht spektakulär macht. Onyx im strengen Sinn der Mineralogen, eine Chalcedon-Varietät, ist viel härter, wird aber selten für Schachfiguren verwendet.
Alabaster ist noch weicher: Gipsalabaster lässt sich mit dem Fingernagel ritzen. Durchscheinend und milchig, hat er den Ruf von Volterra in der Toskana begründet. Er ist sehr empfindlich gegen Wasser, das ihn stumpf macht und an der Oberfläche lösen kann: Man reinigt ihn niemals mit Wasser.
Tabelle: mineralische Materialien und Holz im Vergleich
| Material | Dichte ca. | Härte (Mohs) | Zerbrechlichkeit | Geräusch beim Spiel | Pflege |
|---|---|---|---|---|---|
| Hartholz (Buchsbaum, Ebenholz) | 0,9 bis 1,1 t/m³ | Nicht anwendbar | Gering (Rissgefahr) | Sanft, durch Filz gedämpft | Tuch, Wachs, stabile Luftfeuchtigkeit |
| Marmor | ≈ 2,7 t/m³ | ≈ 3 | Abplatzungen, Säureflecken | Trocken | Weiches Tuch, keine Säure |
| Onyx (gebänderter Kalkstein) | ≈ 2,7 t/m³ | ≈ 3 | Abplatzungen, Säureflecken | Trocken | Wie Marmor |
| Alabaster (Gips) | ≈ 2,3 t/m³ | ≈ 2 | Sehr zerbrechlich, mit dem Fingernagel ritzbar | Trocken | Nur trocken abstauben |
| Glas | ≈ 2,5 t/m³ | ≈ 5,5 | Absplitterungen, Bruch | Klirren | Glasreiniger, Mikrofasertuch |
Übliche physikalische Werte der Materialien (gerundete Durchschnitte); ein einzelnes Stück kann je nach Stein- oder Glassorte davon abweichen.
Kann man auf einem Steinspiel wirklich spielen?
Ja, mit ein paar Vorkehrungen. Kleben Sie Filz unter die Figuren, wenn sie keinen haben: Er schützt das Brett und beseitigt das Klacken. Bevorzugen Sie Figuren, deren Parteien deutlich kontrastieren (weißer gegen schwarzen Marmor statt zweier Onyx-Töne, die einander ähneln). Und sehen Sie einen festen Platz vor: Ein Marmorbrett von 40 cm kann mehrere Kilo wiegen, was davon abhält, es bei jeder Partie zu verschieben.
Um diese Materialien an kompletten Spielen zu sehen, zeigt das Palais des Échecs Schachspiele aus Marmor und Onyx sowie Schachsets aus Glas, deren Fotos erlauben, den Kontrast zwischen den beiden Parteien zu beurteilen.
Holz bleibt das Referenzmaterial
Wärme im Griff, Stille, relative Leichtigkeit, natürlicher Kontrast, einfache Reparatur: Wer oft spielt, bleibt mit Holz im Vorteil. Es ist auch das einzige natürliche Material, das die FIDE für Turnierspiele zulässt. Zur Wahl einer Holzart siehe unseren Holzvergleich; zur Pflege ein Holzschachspiel pflegen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Schachspiel aus Marmor?
Das schwankt stark je nach Stein, Größe, Feinheit der gedrechselten Figuren und Aufbau des Bretts (aufgeklebte Fliesen oder ein gehauener Block). Auch die Seltenheit des Steins und die Regelmäßigkeit seiner Maserung zählen. Vergleichen Sie bei gleicher Größe und prüfen Sie Gewicht und Qualität der Figuren.
Ist ein Schachbrett aus Glas spielbar?
Ja, aber weniger bequem als ein Holzspiel: Die Figuren sind leicht und rutschen, der Kontakt von Glas auf Glas macht Geräusche, und der Kontrast zwischen den Parteien ist mitunter schwach. Ein Filz unter den Figuren verbessert die Lage deutlich.
Wie reinigt man ein Spiel aus Marmor oder Onyx?
Mit einem weichen, kaum feuchten Tuch, danach gut trocknen; niemals Essig, Zitrone oder säurehaltige bzw. kalklösende Mittel, die den Stein stumpf machen. Alabaster nur trocken abstauben.
Quellen: FIDE-Normen für das Spielmaterial (2026); übliche physikalische Daten der Minerale (Mohs-Skala, Rohdichten).
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